Themencluster

Projektstudie "Berufliche Teilhabe" - Themencluster

 

Ohne der Studie und der Beantwortung der in ihr aufgeworfenen Fragen vorgreifen zu wollen, lassen sich in der aktuellen lokalen lnklusions – Diskussion nachfolgende Schwerpunkte ausmachen, deren Bearbeitung sich jeder strukturelle Lösungsansatz, so auch eine „Servicestelle für berufliche Teilhabe" stellen muß:

1. Wie kann man Unternehmen, die ihre angestellten Arbeitnehmer trotz Eintritt einer Behinderung im Erwerbsverlauf weiterhin beschäftigen und danach behinderungsbedingte Veränderungen in deren Arbeitsbedingungen einleiten, bei den erforderlichen Umgestaltungsprozessen effizient unterstützen?

2. Wie lernen KMU, bzw. wie lassen sich KMU überzeugen, dass sie auch angesichts gesetzlich garantierter Schutzrechte und bürokratischen Aufwand, Neueinstellungen von aus der Arbeitslosigkeit kommenden schwerbehinderten Arbeitnehmer/-innen realisieren? Mit den in dieser Aufgabenstellung agierenden konkreten Strukturen wie bspw. dem Integrationsfachdienst oder Akteuren innerhalb verschiedenster Rehabilitationsprozesse sind dabei unterstützende, den Hauptleistungserbringer zugleich von Nebentätigkeiten entlastende Tätigkeiten zu identifizieren. Die Erschließung bestehender Optimierungspotentiale in kooperativer Zusammenarbeit unterstützt eine angemessene Ressourcenzuweisung angesichts knapper Mittel und eine Leistungserbringung zur richtigen Zeit im angemessen Umfang und mit erforderlichem Aufwand. Um in diesen vernetzten Zusammenhängen Orientierung zu finden, ist das Wissen um das Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren notwendig. Eine ganzheitliche Sicht der Dinge ist dabei sowohl der Weg als auch das Ziel.

3. Qualifizierung der Existenzgründungsberatung für Menschen mit Handicap unter dem Stichwort Passgenauigkeit in den Aspekten Ganzheitlichkeit in Form einer deutlich umfangreicheren Berücksichtigung der Gesamtlebensumstände, Personenzentriertheit, der stärkeren Fokussierung auf den sozialen Teilhabebedarf, einer Ressourcenorientierung, einer Bedarfsorientierung statt Maßnahmezentrierung bei einer generell stärkeren Beteiligung Betroffener. Auf der Basis individueller Fähigkeitsprofile und der Kenntnis konkreter Arbeitsplatzanforderungen können hier Reserven erschlossen werden.

4. Prüfung der Implementierungsmöglichkeiten eines Startup/Gründerzentrum für Menschen mit Behinderungen, auch mit einem Bezug zum Cleantech-Park.

Vor dem Hintergrund dieser 4 Themencluster beschäftigt sich die Projektstudie mit Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Handlungsspielräumen für die Initiierung inklusiver Prozesse im Bezirk, um hierdurch gleichsam einen Machbarkeitsnachweis zu erbringen, dass es über eine (Marzahn-Hellersdorfer) „Servicestelle für berufliche Teilhabe" (behinderter Menschen) und deren koordinierten und ergebnisorientiert aufeinander abgestimmten Aktivitäten besser gelingen kann, dass behinderte Menschen selbstbestimmt und gleichberechtigt mit anderen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen ihre Existenz durch Arbeit sichern können. Konkret, dass mit ihnen durch Empowerment, Aktivierung, Tagesstrukturierung, Training der Leistungsfähigkeit, Entwicklung von Arbeitsfertigkeiten, Eingliederung in Zuverdienstprojekten, Erprobung ihrer Fähigkeiten mittels Praktika ein Instrumentenkasten für den eigenen Weg aus der Grundsicherung zu ihnen möglichen Formen der Erwerbsbeteiligung aufgebaut wird. Es bedarf darüber hinaus einer Prüfung, ob Widersprüche zwischen dem Projektziel und bereits vorhandenen Erkenntnissen bestehen und ob ggf. der Ansatz einer Modifizierung bedarf. Es geht um eine Gewichtung von Vor­ und Nachteilen, um einen Vergleich von Problemlagen und Lösungsansätzen. Die hierbei zu nutzenden Methoden schließen leitfadengeführte Interviews mit Schlüsselpersonen ebenso ein, wie bspw. Expertenbefragungen und entsprechen damit dem in diesen Themenzusammenhängen angemessenen Standard.